Mit 3 Strategien zu mehr Selbstbewusstsein für den Alltag

Selbstbewusster werden - 3 Strategien für den Alltag

 

Die Einen haben etwas zu viel davon und täten gut daran, den Ball etwas flacher zu halten. Andere trifft aber genau das Gegenteil und sie haben zu wenig davon. Die Rede ist von Selbstbewusstsein. Wenn du manchmal mit deinem eigenen Selbstbewusstsein zu kämpfen hast, stehst du nicht alleine da. Woran das liegen kann und vor allem, wie du dein Selbstbewusstsein stärken kannst, erfährst du in diesem Artikel. 

Es gibt unterschiedliche Gründe dafür, dass das Selbstbewusstsein bei manchen Menschen so niedrig ist. Manchmal spielt zum Beispiel die Erziehung eine Rolle, manchmal auch eigene schlechte Erfahrungen – vor allem jene, die anschließend das ganze Leben lang verallgemeinert werden. Dazu gehören Gedanken wie: „Ich werd' ja doch nie was erreichen!“ Es kann aber auch mit Botschaften zu tun haben, die in unserer Gesellschaft mal offener, mal verdeckt vermittelt werden.

Falls du davon betroffen bist, wirst du wohl wissen, dass ganz unabhängig von diesen Gründen ein niedriges Selbstbewusstsein in vielen Lebensbereichen hinderlich sein kann und dadurch sogar das Gefühl entstehen kann, du würdest dir und deinem Glück quasi selbst im Weg stehen. Warum das nicht sein muss, diese Frage beantworten wir im Folgenden.

 

Strategie Nr. 1: Sich selbst annehmen

 

Eine ganz grundlegende Sache, die zuerst klar sein sollte, ist, dass es für die Stärkung deines Selbstbewusstseins nicht darum geht, dass du dich selbst großartig ändern oder gar erst ein anderer Mensch werden müsstest. Genau das ist nämlich ein erstes großes Geheimnis glücklicher Menschen: sich selbst mit all seinen Stärken und Schwächen anzunehmen. Es geht in erster Linie nämlich gar nicht darum, wer du bist und was du kannst oder besitzt, sondern welche Haltung du zu dir selbst hast.

Du bist nicht. Du wirst und lernst und wächst.

 

Genau genommen „sind“ wir eigentlich ohnehin alle gar nicht. Solange du nämlich lebst, wirst du und lernst du. Deshalb gibt es auch nicht einen einzigen Menschen, der unveränderlich und angeborenerweise dumm, faul, naiv, unsportlich oder ähnliches ist.

Ebenso wenig gibt es Menschen, deren Intellekt oder Talente angeboren sind. Der Unterschied liegt oft nur in unterschiedlichen Lektionen, die verschiedene Menschen lernen oder eben nicht lernen. Wahrscheinlich hast du im Leben andere persönliche Lektionen gelernt als Andere: Eine andere Sache hast du wiederum vielleicht nicht gelernt, als sie gerade unterrichtet wurde, oder dir war nicht bewusst, dass es überhaupt eine Lektion zu lernen gab. Und das sorgt dann dafür, dass du so „bist“ wie du bist. Bei anderen Menschen ist das nicht anders. Der Selbstfindungsprozess läuft bei uns allen anders ab und ist außerdem etwas, was nie vollständig abgeschlossen ist. Und solange du lebst, kannst du auch noch mehr aus dir machen.

Wenn du diesen Gedanken weiterführst, kannst du auch erkennen, dass es selten hilft ist, sich mit Anderen zu vergleichen. Das tun Menschen mit geringem Selbstbewusstsein nämlich grundsätzlich häufig. Außerdem führt der Vergleich oft zu Ängsten und einem niedrigen Selbstwertgefühl, weil du zwangsläufig immer irgendwen findest, der irgendetwas besser kann als du. Das hat schließlich eine emotionale Abhängigkeit von äußeren Faktoren zur Folge. Der erste Schritt zu mehr innerer Stärke liegt darin, sich genau davon zu lösen. Glückliche Menschen sind glücklich aufgrund ihrer inneren Stärke, die unabhängig von Anderen und vom Äußeren ist.

Außerdem hat ein Vergleich mit Anderen auch deshalb wenig Wert, weil man von seinen Mitmenschen immer nur einen Ausschnitt sehen kann. Du siehst vielleicht beispielsweise diese Kollegin, die umwerfend gut aussieht, oder die ständig befördert wird. Aber was du vielleicht nicht siehst, ist, dass dieselbe Kollegin private Probleme hat oder in Fertigkeiten, die nichts mit dem Beruf zu tun haben, gar nicht so erfolgreich ist.

Führe dir solche Gedanken am besten immer wieder vor Augen und du wirst sicherlich wesentlich entspannter durchs Leben gehen. Und so komisch das klingt, aber Selbstakzeptanz ist der erste Schritt dazu, in allem besser zu werden, denn nur so kannst du deine Ausgangsbasis realistisch einschätzen und dich darauf einrichten.

Richte deinen Blick also nicht auf Andere, sondern auf dich, schließlich geht es um dich.

 

Strategie Nr. 2: Ziele neu formulieren

 

Wenn du zunächst gelernt hast, dich selbst unabhängig von deinen Mitmenschen und von äußeren Dingen anzunehmen, kannst du einen Schritt weitergehen. Das selbe Prinzip kannst du nämlich auch auf deine Ziele im Leben übertragen.

 

Das fängt bei der Wahl der Ziele an. Es gibt dabei zwei Arten von Zielen, die mit einem zu niedrigen Selbstwertgefühl zu tun haben können.

In kleinen Schritten kommt man zum Ziel.

 

Einerseits sind das Ziele, die für deine Voraussetzungen und Mittel schlicht und einfach zu hochgesteckt sind, insbesondere, wenn diese von einer Alles-oder-Nichts-Haltung begleitet werden. Gegen Ehrgeiz wollen wir nichts gesagt haben, aber was ist, wenn es mit den großen Plänen nichts wird, und das ganz einfach aus dem Grund, dass du zu groß denkst statt in realistischen, also kleinen Schritten? Wenn du die Ziele nämlich nicht erreichst, die du dir vorgenommen hast, führt zu einem niedrigeren Selbstwertgefühl, weil deine sogenannte Selbstwirksamkeitserwartung, wie Psychologen das nennen, darunter leidet: „Ich kann ja doch nichts“. Umgekehrt kann es helfen, schlicht und ergreifend „kleinere Brötchen zu backen“, wie man das so schön sagt: Statt der Hollywood-Karriere kann es beispielsweise auch etwas wert sein, Deutsch zu unterrichten und eine Theater-AG zu leiten. Dann hast du nämlich immer noch „etwas erreicht“, und das ist die Hauptsache. Und wer weiß: Wenn du deine kleineren Ziele einmal erreicht hast, kann es immer noch weiter gehen.

Eine andere Art solcher Ziele sind die, die eigentlich gar nicht deine Ziele sind, weil sie deinen tatsächlichen Wünschen und Bedürfnissen nicht entsprechen. Das ist gar nicht so selten, wie du vielleicht glaubst. Manche Menschen geraten zum Beispiel ab 30 in Panik, weil alle um sie herum schon verheiratet sind und Kinder haben, nur du nicht. Dass du das noch nicht erreicht hast, liegt aber vielleicht daran, weil Mutter, Oma und Tanten das von dir erwarten, während du das aber tief im Inneren vielleicht gar nicht möchtest.

Bei diesen beiden Arten von Zielen wird auch wieder deutlich, weshalb Selbstakzeptanz so wichtig ist: weil du nämlich dann, wenn du dich selbst, deine Stärken und Schwächen, deine Wünsche und Bedürfnisse nicht annimmst und stattdessen ignorierst, automatisch Ziele wählst, die dem eigentlich nicht gerecht werden. Am Ende verschwinden sie aber nicht und schlagen dir ein Schnippchen.

Um deinen Zielen diesen Charakter der Selbstfremdheit, der Aufdrängung von außen zu nehmen, kann es helfen, wenn du zuerst in dich gehst und deine Ziele dann anders formulierst.

„Kein Mensch muss müssen“, das schrieb der Dichter Lessing schon vor fast 300 Jahren. Und tatsächlich ist dieses Verb „müssen“ auch irgendwie immer mit Zwang, Angst und negativen Gedanken verbunden. Kennst du den Gedanken „Ich muss noch dies oder das tun...“ und hast dies oder das dennoch aufgeschoben? Mit dem Verb „sollen“ ist es nicht besser, auch wenn es durch den Konjunktiv abgemildert wird: „Ich sollte weniger essen/mehr Sport treiben etc..“... aber ich mache es nicht. Denn diese Sätze tragen stets etwas von außen heran. Wie wir aber schon erkannt haben, kommt Selbstbewusstsein von innen. Besser ist es, zu sagen: „Ich will noch dies und das tun und ich werde mehr Sport treiben...“. Dann hast du nämlich die Sache in der Hand, und nicht die anderen oder die Umstände.

 

Auch negative Formulierungen wirken sich oft auf das Selbstwertgefühl aus. „Ich habe das doch noch nie gemacht und weiß gar nicht, wie das geht.“ Mit so einer Formulierung konzentrierst du dich aufs Negative. Denselben Umstand könnte man aber auch anders sehen: „Ich werde das lernen und dann werde ich wissen, wie das geht.“

 

Nehmen wir ein anderes Beispiel, das du in unserer vielbeschäftigten Zeit oft hörst und vielleicht auch selbst schon mal sagst: „Ich habe keine Zeit für das eine“. Wie wäre es aber, stattdessen zu sagen: „Ich will meine Zeit lieber für das andere nutzen.“?

 

Der Unterschied bei beiden ist klar: negative Gedanken und Formulierungen geben den Anderen und den Umständen Macht. Bei positiven Formulierungen hast du selbst die Macht, und damit wirst du automatisch selbstbewusster.

 

Strategie Nr. 3: Bewusster leben

 

In Selbstbewusstsein steckt das Wort „Bewusstsein“, und das nicht ohne Grund. Wie du gesehen hast, geht es dabei nämlich darum, zu wissen, wer du wirklich bist, was du wirklich willst und was du wirklich kannst.

 

Was sehr bei der Persönlichkeitsentwicklung helfen kann, ist Meditation. Bei der geht es nämlich darum, Abstand von sich selbst und den eigenen Gedanken zu gewinnen. Du kannst sie quasi von außen betrachten, als ob sie ein anderer Mensch aussprechen würde. Und oft genügt das schon, um dir zu zeigen, dass diese Gedanken eigentlich nicht der Wahrheit entsprechen.

 

Deine Gefühle und deine eigene Haltung sind sehr wichtig, aber es spielt bei deinem Selbstwertgefühl auch eine Rolle, was du nachweislich und unwiderlegbar kannst. Wir haben schon erwähnt, dass negative Erfahrungen und Misserfolge das allgemein senken. Umgekehrt wird es dein Selbstbewusstsein stärken, wenn du deine Schwächen eingestehst, aber auch beginnst, sie Schritt für Schritt anzugehen und zu überwinden.

Werde die stärkste Version deiner selbst.

 

Vielleicht warst du immer schlecht in Sport und hast deshalb Angst davor, dich auch nur irgendwie zu bewegen und so zu blamieren. „Ich bin doch so unsportlich“. Selbst wenn du dir aber nur ganz kleine Schritte vornimmst, beispielsweise regelmäßig und komme was wolle eine ein paar Minuten lang zu joggen, kannst du dich nach und nach vom Gegenteil überzeugen.

 

Es ist in Maßen also durchaus gesund, sich etwas zu beweisen. Es soll dabei nur nie darum gehen, sich zu einem völlig anderen Menschen zu entwickeln und einem unerreichbaren Ideal nachzueifern. Dein Ziel in Allem sollte so lauten, wie es einmal der Kraftsportler und Trainer Elliot Hulse formuliert hat: „Become the strongest version of yourself“, zu Deutsch: „Werde die stärkste Version deiner selbst“. Besser könnte man es kaum formulieren.

 

Schlusswort

Zum Schluss wollen wir aber noch eines anmerken: Die Tipps, die du hier gelesen kannst, sind wie Hausmittel anzusehen, die du im Alltag anwenden kannst. Es ist allerdings nie auszuschließen, dass hinter einem niedrigen Selbstbewusstsein größere Probleme, Traumata oder Störungen liegen, die tiefergehende Hilfe erfordern. Sollte das der Fall sein, zögere nicht, dir entsprechende Hilfe zu suchen. „Professionelle Hilfe“ wie Psychotherapien sind zwar etwas, worüber manche scherzen oder ein Thema, das oft nicht offen diskutiert wird, wofür man sich jedoch nicht schämen muss – denn man ist nie alleine damit. Oft aber können einfache Mittel wie die, die wir dir im Folgenden zeigen werden, schon eine gewaltige Wirkung entfalten.