9 geniale Upcycling-Ideen, die unsere Umwelt entlasten

Der Begriff Upcycling erinnert dich vielleicht schon an „Recycling“ und der Grundgedanke, nämlich der der Wiedernutzung von gewissen Gegenständen, ist auch genau der gleiche.

Recyclen können wir tatsächlich selbst jedoch kaum. Zwar trägt natürlich Mülltrennung zu diesem Prozess bei, allerdings wird kaum einer von uns daheim Gläser und Aludosen einschmelzen und neu pressen, damit sie wiederverwendet werden können. Dasselbe gilt auch für Plastikflaschen – diese können jedoch nur zweimal recycelt werden, bevor sie für mehrere Jahrhunderte auf einem Müllplatz liegen oder im schlimmsten Fall in unsere Meere gelangen.

Im Vergleich dazu bedeutet Upcycling so viel wie: Aus Alt mach Neu. Oder mit anderen Worten: Versuche das zu nutzen, was du bereits hast, bevor es im Müll landet.

Unsere Großeltern waren die Pioniere des Upcyclings. Mit Beginn der Massenproduktion hatten sie plötzlich viele neue Gegenstände zur Verfügung. Diese Generation ist aber auch davon geprägt worden, nichts zu verschwenden und alles so lange zu nutzen, bis es auch wirklich nicht mehr brauchbar war. Davon können wir uns in der heutigen Wegwerfgesellschaft wirklich noch eine Menge abschauen.

Das alte löchrige T-Shirt, das als Putzlappen verwendet wird, die paar Holzbalken, aus denen ein Regal gemacht werden kann, oder die zerbrochenen Fliesen, aus denen man ein Mosaik basteln kann, sind nur wenige Beispiele des Upcyclings. Doch keine Angst, du musst kein Tischler, Schneider oder Künstler sein, um deinen alten Gebrauchsgegenständen wieder neues Leben einzuhauchen. Es gibt ganz viele einfache Dinge, die unter den Begriff Upcycling fallen, die für alle leicht durchzuführen sind und sich auch positiv auf die Umwelt auswirken. Immer mehr Personen, aber auch Restaurants und Geschäfte werden kreativ, sodass man in den Straßen und Geschäften gehäuft Sitzgelegenheiten aus Pferdesätteln oder alte Schneidertische sieht, die nun als Kaffeetische ein neues Leben begonnen haben und nicht auf dem Müllplatz gelandet sind. Du findest selbstgemachte Lampenschirme, „Blumentöpfe“ aus diversen Gegenständen und vieles mehr.

Upcycling hat nicht nur einen positiven Einfluss auf unsere Umwelt, indem wir Müll reduzieren, sondern wir lernen auch, einfache Gegenstände wieder wertzuschätzen. Durch den kreativen Prozess, einen Plan, die Umsetzung und Beschäftigung mit Materialien, kannst du ein neues Hobby sowie deine Freude am Basteln entdecken. Wenn du einige der folgenden Dinge, von denen du dich ohnehin schon längst trennen wolltest, zu Hause hast, dann lass dich doch von diesen Upcycling-Ideen inspirieren. Verpasse deiner alten Ausschussware einen neuen Anstich, ein paar zusätzliche Dekorationselemente und hauche ihr wieder neues Leben ein.

Los geht‘s!

1. Von der alten Jeans zur Einkaufstasche

Jeder von uns hat eine oder mehrere alte Jeans oder Hosen aus festeren Stoffen, die kaum noch getragen werden, sich aber dank des Materials ausgezeichnet dazu eignen, ein bisschen umgenäht zu werden. Schneide einfach beide Hosenbeine ab und mache zwei gleich große Vierecke aus ihnen. Für jene, die mit dem Schneidern schon ein bisschen Erfahrung haben, gibt es auch Schnittmuster im Internet für Taschen mit Aufstellfläche, in die am Boden ein Karton zur Verstärkung eingenäht werden kann. Die gleich großen Stoffstücke nun an drei Kanten zusammennähen. Zum Schluss noch zwei Henkel dran und fertig. Mit extra Stoff kannst du sogar außen ein kleines Fach anbringen oder die Tasche mit bunten Details verzieren. Ein tolles Geschenk für alle, die vielleicht immer noch viel zu häufig mit Plastiktüten einkaufen gehen. Vielleicht hast du dann gleich noch einen zusätzlichen, positiven Einfluss auf deine Liebsten und Freunde.

2. Sofa aus Paletten

Holzpaletten hat sicher jeder schon einmal gesehen. Aber was damit machen, wenn diese schon seit einer Ewigkeit herumstehen und keine Funktion mehr zu haben scheinen?

Du kannst mit diesen Holzpaletten den Untergrund für Sofas, Betten und Tische schaffen. Sorge mit Schleifpapier dafür, dass die Oberfläche des Holzes glatt ist, trage eine gewünschte Farbe auf, oder besprühe die Palette. Schon kannst du mit großen Polstern eine wunderbare Sitzlandschaft schaffen. Auch für den Garten oder Balkon sind diese Paletten sehr gut geeignet, denn du kannst die Polster bei Regengefahr einfach abnehmen und mit ins Haus nehmen, und das Holz ist so robust, dass es bei jedem Wetter draußen bleiben kann. Damit die Polster nicht verrutschen, kann man sogar mit einem Klettverschluss an beiden Seiten arbeiten. Bevor du dir also neue Gartenmöbel, oder sogar Möbel für drinnen besorgst, schau dir die Dinge an, die du bereits hast (oder die andere wegwerfen würden) und überlege, ob sich daraus nicht noch etwas Tolles zaubern lässt.

3. Leere Glasgefäße upcyclen

Leere Glasflaschen und andere Gläser landen meistens in der Altglassammlung, aber man kann sie sehr vielseitig und in fast jedem Zimmer des Hauses entweder als Gebrauchsgegenstand oder als Dekoration nutzen. Leere breitere Gläser können einfach für Teelichter oder als Kerzenständer verwendet werden, mit speziellen Farben oder anderen Färbetechniken kann man ihnen noch dazu ein einzigartiges Aussehen verleihen. Packe doch deine Zahnbürste, Haarbürste, Wattepads oder anderes Kleinzeugs, das sonst so im Badezimmer herumliegt in ein schönes Glas. Solche Gläser eignen sich auch super, um eigene Kerzen zu gießen oder Pflanzen darin wachsen zu lassen.

Ziehe doch zum Beispiel deine eigenen Sprossen. Dafür einfach etwas lose Watte und Wasser mit den Samen in ein Glas geben und ein paar Tage abwarten. Und wenn es dir an passenden oder dichten Brotdosen mangelt, ist ein altes Marmeladen- oder Gurkenglas ein idealer Begleiter für ein gesundes Mittagessen am Arbeitsplatz. Du kannst dir eine Menge Alufolie, Klarsichtfolie und andere Verpackung ersparen, indem du einfach Glasbehälter verwendest.

4. Aufbewahrungsboxen aus Karton gestalten

Aus einfachen Kartonboxen lassen sich mit Hilfe von Stoffen oder Bast wunderschöne Boxen zur Aufbewahrung von Allerlei basteln. Du benötigst nur einen guten Kleber, einen Tacker und einen schönen Stoff. Du kannst aber auch übergebliebene Stoffreste und alte Kleidungsstücke verwenden und gleich doppelt upcyclen. Achte darauf, dass die Stoffstücke groß genug sind, um den ganzen Karton überdecken zu können, und klebe, tackere oder nähe den Stoff darauf fest. Wenn du Bast verwendest, achte darauf, dass du genug Schnur zur Verfügung hast und wickele einfach rund um die Box herum. Verwende am besten Heißkleber oder einen guten Bastelkleber, der gut hält. Diese Boxen sind wunderbar für die Küche geeignet, um Kleinigkeiten darin zu sammeln und zu sortieren, für den Kleiderschrank als Sockenschachtel oder für Mützen, Schals etc. Für das Badezimmer sind diese Boxen nicht so geeignet, da die hohe Luftfeuchtigkeit schnell das Material aufweichen kann.

5. Kletterhilfe für Pflanzen

Wenn du einen Garten hast und Kletterpflanzen liebst, musst du nicht in einen Baumarkt gehen, um ein passendes Gestell zu finden, das womöglich aus Plastik ist. Sieh zuerst einmal nach, ob du vielleicht eines der folgenden Dinge schon besitzt:

  • Eine alte Leiter
  • Hula-Hoop-Reifen, die nicht mehr in Verwendung sind
  • Holzpaletten
  • Ein alter Fensterrahmen, großer Bilderrahmen oder Spiegelrahmen
  • Aber auch alte Vogelkäfige oder einfach nur Holzbretter

Um Kletterpflanzen wie Bohnen etc. in deinem Garten oder auch auf dem Balkon wachsen zu lassen, kannst du all diese Gegenstände fest in der Erde verankern und die gewünschten Pflänzchen darunter und daneben setzen oder sähen.

6. Kratzspielzeug für deine Katze

Welcher Katzenhalter kennt es nicht? Man kauft seinen vierbeinigen Lieben

Aus Kartons, alten Schachteln, aber auch ganz vielen anderen Gegenständen und Möbeln, die kurz vor der Entsorgung stehen kann man mit Hilfe von Bast oder einer dicken und stabilen Schnur ein Katzenparadies schaffen. Es ist auch eine tolle Geschenkidee, falls du selbst kein kleines Raubtier in deinen vier Wänden hast. Jeder Katzenliebhaber wird sich über dieses Upcycling-Ergebnis freuen. Aus Kartonboxen, Rollen etc., die man mit Bast umwickelt, schafft man hervorragende Kratzbäume und kann das Sofa oder den Teppich davor schonen, als Kratzgelegenheit genutzt zu werden. Auch aus einer einfachen Box, der ein altes T-Shirt angezogen wird, kannst du für jede Art von Vierbeinern eine kleine Höhle bauen, in die er einfach durch die Öffnung für den Kopf schlüpfen kann.

7. Wandregale

Werte alte Schubladen, Gitarrentaschen oder Snowboards auf, indem du ihnen einen Anstrich verpasst und an die Wand hängst. Schubladen, die mit der etwas breiteren Frontfläche nach oben an die Wand gehangen werden eigenen sich nicht nur als Ablageplatz für Vasen, Portemonnaie und Schlüssel, nein, mit kleinen Haken in der Ladefläche, verwandelt sich dein neues Regal in den perfekten Aufbewahrungsort für Schmuck, Schlüssel oder Hundeleinen. Mit Unterteilungen im Mittelraum kannst du ein Ordnungssystem für kleinere Gegenstände schaffen. Wenn du einen Spiegel an der Unterseite der Schublade befestigst und diese an eine Wand montierst, kann die Lade in einen Badezimmerspiegel mit Abstellmöglichkeit für die gerade verwendeten Kosmetika verwandelt werden. Achte darauf, solche Regale gut zu montieren und auch den Spiegel oder innere Kompartimente gut anzukleben oder anzuschrauben.

Eine zusätzliche Idee wäre es, sogar eine Art kleinen Vorhang über die an der Wand hängenden Lade zu befestigen. Je nach Größe der Lade kann dein Upcycling-Projekt so wie ein richtiges Fenster aussehen.

8. Upcycle-Home-Spa

Wusstest du, dass du sehr viele Kosmetikprodukte ganz einfach selbst machen kannst? Oft kaufen wir teure Cremes, Peelings und Gesichtsmasken, doch mit ein paar Lebensmitteln oder Überbleibseln vom Kochen, kann man sich ein wunderbares, günstiges, kleines Home-Spa machen.

Sammle doch nach deinem nächsten Frühstück einfach mal den Kaffeesatz aus deiner Kaffeemaschine. Er eignet sich super für ein pflegendes Körperpeeling. Mit etwas Kokosöl vermischt zaubert dir das Peeling babyzarte Haut. Kaffee regt nämlich die Durchblutung und den gesamten Kreislauf an, auch wenn er auf die Haut aufgetragen wird. In Kombination mit einer sanften Massage, löst er abgestorbene Hautpartikel und sorgt so für ein wunderbares Hautgefühl.

Weitere solcher Beispiele für ein Home-Spa sind Reste von Gurken, also die Enden, die meist nicht in den Salat kommen, die du einfach im Kühlschrank aufbewahren (nicht länger als 1-2 Tage) und morgens als Erfrischung auf Augen und Wangen legen kannst. Gurkenwasser ist außerdem reich an Mineralien und erfrischt und befeuchtet die Haut.

Eine weitere Möglichkeit ist es, alte Kräuter oder Tees, die du nicht mehr zum Kochen verwendest, für ein Dampfbad für dein Gesicht zu verwenden. Ideal sind hier zum Beispiel Teesorten wie Grüntee, Kamille oder Fenchel. Oder fülle doch gleich die ganze Badewanne damit. Wenn du eine Badewanne besitzt, kannst du wirklich einmal versuchen, ein Kräuterbad zu nehmen. Rosmarin, Thymian und andere Kräuter haben ätherische Öle, die für die Haut eine wunderbare Wirkung haben können.

9. Pinnwand aus Flaschenkorken

Den Wein darfst du alleine trinken, aber ansonsten ist dieses Projekt, nachdem du genügend Weinkorken gesammelt hast, ideal, um etwas mit deinen Kleinen zu basteln. Schneide die Korken in gleich hohe runde Stücke. Nun brauchst du einfach nur einen Karton als Untergrund und einen guten Bastelkleber. Der Kartonuntergrund kann jede beliebige Form haben. Ein Herz, ein Kleeblatt, ein runder Smiley. Wenn du Kinder hast, können die als nächstes die Korken bemalen und auf den Untergrund kleben. Anschließend braucht ihr nur noch Nadeln zum Pinnen und ein paar Fotos, Notizen oder Sonstiges, das sonst vielleicht lose herumliegt.

Du siehst, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, alten Dingen wieder neuen Glanz zu verleihen. Du kannst deine Wohnung mit einzigartigen Dingen gestalten und tust dabei auch noch der Umwelt etwas Gutes, und noch dazu sind deiner Kreativität dabei kaum Grenzen gesetzt. Viel Freude beim Kreativwerden!